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Holzmann TK255: Ein schwaches Debüt

Große Vorfreude

Man, was hab ich mich gefreut. Am 25. Juli 2018 hatte ich, nach dem Schauen unzähliger Testvideos und Lesen vieler Rezensionen, endlich für mich eine Entscheidung getroffen. Eine Kreissäge sollte her.
Ich hatte mich für die TK255 von Holzmann entschieden. Bei Amazon gab es von der Firma HU-Dineiger ein tolles Angebot, welches ich mir gönnte. Kurz entschlossen das Teil bestellt, und zwei Tage später war es dann auch schon da (an dieser Stelle möchte ich der Firma Dineiger ein Lob für die wirklich schnelle Lieferung aussprechen). Leider liefert HU-Dineiger nicht nach Österreich. Also hab ich mir die Maschine zu meinen Eltern - 200Km von mir entfernt - schicken lassen. Nun denn.

Als das Paket so vor mir stand, war ich dann doch etwas erschrocken. Es war wesentlich größer, als ich es mir vorgestellt hatte. Die Säge war schnell augepackt und aufgestellt. Nach einem kurzen Blick in das Handbuch wollte ich nicht länger warten. Eine Säge will sägen, und ich wollte das auch. 😊 Zwei Längsschnitte, einer durch Fichte und einer durch Buche, liefen durch wie Butter. Das Schnittbild vom mitgelieferten Sägeblatt war sehr sauber. Keine Ausrisse, Sägespuren oder Verbrennungen, alles war schön glatt.

Riesige Enttäuschung

Dann passierte das Unerwartete. Im zweiten Test wollte ich ein paar Gehrungsschnitte sägen. Also stellt ich das Sägeblatt auf 45º - zumindest war das der Plan. Doch das Blatt ließ sich nicht verstellen. Irgendetwas schien zu blockieren. Bei ca. 30º war Schluss, mehr ging nicht. In diesem Moment spürte ich schon eine leichte Hitze den Hals aufsteigen.

Ist bestimmt nur ein Klemmer, der sich schnell lösen lässt.

So meine naive Vermutung. Doch das Problem lag tiefer, als es mir zu diesem Zeitpunkt bewusst war. Nach viel Probiererei, Fluchen und jugendgefährdenten Tourette-Anfällen fand ich schließlich die Ursache der Blockade. Der Staubschutzbehälter um das Sägeblatt - bei dieser Säge aus feinstem Plastik - war gebrochen. Durch den Bruch stand der ganze Behälter schief im Gehäuse, und blockierte die Sägeblatt-Kippmechanik beim Verstellen des Winkels.
So ein gequirlter Mist!

Wäre das passiert, nachdem ich die Säge schon länger benutzt hätte, wäre ein Anruf beim Holzmann Support, mit der Bitte nach einem Ersatzteil, sicher kein Problem gewesen. Aber das sowas bei einer fabrikneuen Maschine passiert, fand ich dann doch nicht so dolle. Zumal ich die Maschine für einen Austausch dieses Teiles sicher hätte komplett zerlegen müssen.

Gebrochener Staubauffangbehälter

Was für eine Enttäuschung. Nicht selten zerschneide ich bei derart großen Geräten gern den Karton beim Auspacken. Es macht dann alles viel einfacher. Doch hier, als hätte ich es geahnt, wollte ich das nicht. Zum Glück, kann ich im Nachhinein nur sagen.

Fazit

Widerwillig habe ich gestern die Säge in ihren Karton zurück verfrachtet. Eine Retourabwicklung bei Amazon ist bereits initiert und muss nur noch durch die Fa. HU-Dineiger genehmigt werden.
Zunächste wollte ich das gleiche Modell wieder bestellen. Aber jetzt, nach zwei Nächten darüber schlafen, bin ich mir nicht mehr so sicher. Ich denke, ich gebe am Ende doch etwas mehr Geld aus, und werde mir ein anderes Modell kaufen. Aktuell stehen die DeWALT DW745 sowie die Bosch GTS 10J ganz hoch im Kurs. Zwei sehr kompakte Maschinen, was mir in der Enge meiner Miniwerkstatt zu Gute kommt.

Bosch GTS10J: Ein langsamer Start

Werkbank - Teil 1